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Bereits zum vierten Mal fand am vergangenen Samstag, 16. Mai, der bewährte Übungstag der Freiwilligen Feuerwehren Burgweinting und Graß statt. Organisatorisch wurde der Tag wieder unterstützt durch die UG ÖEL des Löschzuges Altstadt. Auch dieses Mal war wieder der Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes mit dabei. Insgesamt übten rund 50 Einsatzkräfte.

Dieses Mal konnte der Übungstag komplett im Ortsbereich Burgweinting abgehalten werden. Die gestellten Szenarien hatten wieder einiges zu bieten. Nach einem kurzen Briefing für alle Teilnehmer am Gerätehaus Burgweinting ging es los. Je ein Löschgruppenfahrzeug und ein Rettungswagen bildeten gemeinsam ein Team, das in den folgenden Stunden an drei Stationen Einsätze bewältigen musste:

Auf dem Gelände eines Bauernhofs erwartete die Kräfte ein Verkehrsunfall. Ein PKW war über eine Böschung an einen Baum geprallt, der Fahrer bzw. Beifahrer war im Beinbereich schwer eingeklemmt. Aufgaben waren die Versorgung und die technische Rettung der Person.

Die zweite Einsatzstelle behandelte ebenfalls das Thema Technische Hilfeleistung. Eine Person war durch die Abdeckung einer Montagegrube gebrochen. Unglücklicherweise fiel sie dabei auf ein aus der Wand ragendes Armiereisen. Die Metallstange durchbohrte den Oberschenkel, starker Blutverlust war die Folge. Es galt, die Person zügig zu entlasten, aus ihrer misslichen Lage trotz beengter Verhältnisse schnell zu befreien und schonend aus der Grube zu retten.

Die dritte Übung war ein Zimmerbrand in einem Wohnhaus, wobei sich eine Person gerade noch ans Dachfenster retten konnte und dort die Einsatzkräfte erwartete. Rauchmelder im Gebäude gaben laute Alarmtöne von sich. An dieser Station wurde auch eine Drehleiter mit eingesetzt, um die Arbeit mit diesem Sonderfahrzeug zu trainieren.

Zu guter Letzt startete gegen Mittag dann eine große Abschlussübung für alle beteiligten Einsatzkräfte: Ein Werkstattbrand im Erdgeschoss eines Altbau-Wohnhauses breitete sich durch die hölzernen Zwischendecken bis ins Dachgeschoss aus. Beim Eintreffen des ersten Löschzuges unter Einsatzleitung von Kommandant Stefan Prechtl für die Feuerwehren und Jens Borchert für den Rettungsdienst zeigte sich eine dramatisch dargestellte Lage: Eine Person am Giebel des zweistöckigen Gebäudes rief um Hilfe und stürzte dabei ab. Schwarzer Rauch drang aus Türritzen und Fenstern im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss, Knallgeräusche waren wahrnehmbar. Mehrere Personen mussten über Steckleitern oder durch das Treppenhaus gerettet werden. Zur Brandbekämpfung wurden unverzüglich vier C-Rohre vorgenommen.

Im Verlauf wurde ein Atemschutznotfall eingespielt, als ein Truppmann im 1. Obergeschoss durch die Fehlbodendecke brach und bis zur Hüfte dort feststeckte. Der sofort aktivierte Sicherheitstrupp führte gemeinsam mit weiteren Trupps aus dem Gebäude eine Befreiung durch, stellte die Atemluftversorgung mittels Notfalltasche sicher und brachte den Feuerwehrmann zur Übergabe an den Rettungsdienst ins Freie.

Trotz aller Mühen, die Übungen als solche kenntlich zu machen, gingen im Rahmen der Brandlage mehrere „echte“ Notrufe in der Integrierten Leitstelle ein. Nach kurzer Rücksprache klärte sich schnell auf, dass kein Schadfeuer vorlag, sodass kein Ausrücken von Einsatzkräften erfolgte – jedoch ist es gut zu wissen, dass die Burgweintinger Bürger mit offenen Augen unterwegs sind und Notsituationen erkennen.

Im Anschluss an die Übung fanden Nachbesprechungen im Kreise der Führungskräfte und anschließend für alle Teilnehmer statt, ehe es – mit leichter zeitlicher Verzögerung – zur gemeinsamen Stärkung zurück ans Feuerwehrhaus Burgweinting ging.

Ein großer Dank gilt allen Mitübenden, die ihren Samstag für diese Großübung opferten, sowie den zahlreichen Unterstützern, die zum Gelingen des Übungstages beigetragen haben. Hierbei seien besonders die Familien Hofmann und Kraus genannt, die durch die Bereitstellung ihrer Gelände und Gebäude im Ortsbereich eine außergewöhnlich gute Darstellung ermöglichten. Weiterer Dank gilt den Ausbildern, Darstellern und der Realistische Unfalldarstellung des Rettungsdienstes, dem „Versorgungsteam“ der Feuerwehren Graß und Burgweinting, den zahlreichen Helfern bei Planung und Ausführung der Lagen, der UG ÖEL für die Einspielung der „Übungsleitstelle“, der Berufsfeuerwehr Regensburg für die Bereitstellung zahlreicher Übungsmaterialien und Fahrzeuge sowie den Feuerwehrvereinen für die Übernahme der entstandenen Kosten.