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„Tauglich für den Brandeinsatz“ – Unsere letzte Atemschutzübung

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Häufig kann man von giftigen Verbrennungsgasen lesen, denen nicht nur Brandleider sonder in besonderem Maße auch unser Feuerwehrdienstleistenden beim Löschangriff ausgesetzt sind.

Deshalb schützen wir uns konsequent mit Atemschutzgeräten, aus welchen wir saubere Umgebungsluft atmen können. Die in Fachkreisen oft benutzte Abkürzung „PA“ steht für Pressluftatmer, also eine Druckluftflasche mit Druckminderer und Atemanschluss, aus der man je nach Arbeitsbelastung ca. 20-30 Minuten saubere Atemluft bekommt. In der Maske, die man über dem Gesicht trägt wird beim Einatmen unter leichtem Überdruck die Luft angeboten, damit der Körper nicht zusätzlich mit großem Atemwiderstand belastet ist.

Leider kommt es (hauptsächlich bei Einsätzen) immer noch zu Unfällen, welche durch die hohe körperliche Belastung, nicht erkannte körperliche Vorerkrankungen oder in seltenen Fällen auch durch Fehlbedienung der Technik verursacht werden.

In diesem Bereich wurden in den letzten Jahren die Vorgaben für pers. Fitness, ärztliche Diagnose und Übungsanforderungen stetig gesteigert.

So erfolgt turnusgemäß alle 3 Jahre ein umfangreicher ärztlicher Check. Desweiteren wird das Thema in den einzelnen Feuerwehreinheiten regelmäßig theoretisch und praktisch ausgebildet und beübt. Und schließlich sind jährliche Belastungsproben vorgeschrieben, welche als Einsatzübungen unter Atemschutz und Übungseinheiten in der Kriechstrecke erfolgen.

Letzteres stand heute auch wieder auf dem Programm. 16 aktive Kameradinnen und Kameraden machten sich in voller Schutzkleidung auf zur Hauptfeuerwache, wo unsere hauptamtlichen Kollegen die „Folteranlage“ schon in Betrieb genommen hatten. Zu Beginn gilt es sich umfassend auszurüsten. Neben unserer Schutzkleidung mit Helm, Stiefeln und Handschuhen gehört dazu eine Flammschutzhaube, welche den noch freien Gesichts- und Nackenbereich vor direkter Beflammung schützt. Dann natürlich das Atemschutzgerät, welches vorab mit einer Kurzprüfung auf ordnungsgemäße Funktion gecheckt wird. Gegenseitig wird sodann die Luftversorgung am Atemanschluss (der Maske) angebracht und der Flaschendruck erneut geprüft (er beträgt zu Beginn mind. 300 bar).

Der erste Teil ist ein körperlicher Belastungstest, er besteht aus dem Besteigen einer Endlosleiter, dem Ziehen an einem Schlaghammer und dem zügigen Gehen auf dem Laufband. Damit sind die ersten 50-80 bar unserer Druckluftflasche bereits verbraucht, der Kreislauf ist gut in Schwung und der erste Schweiß sammelt sich bereits im Inneren der Maske. Der zweite Teil ist sowohl körperlich belastend und simuliert auch technisch und psychisch belastende Situationen im Brandeinsatz unter Atemschutz. Eine Kriechstrecke mit diversen Hindernissen, Höhenunterschieden und Engstellen muss bei annähernder Finsternis manchmal unter Lärm- und Hitzebeaufschlagung passiert werden. Man geht in 2-er oder 3-er Trupps gemeinsam vor, die gegenseitige Unterstützung versteht sich von selbst. Jeder ist froh am Ende der Strecke die willkommene Tür aus dem Raum zu erreichen und sich schweißgebadet aus der insgesamt ca. 20 kg schweren Ausrüstung zu schälen.

Dann ist es auch wieder gut bis zur nächsten Übung oder einem Einsatz, den man auf hohem Übungsniveau beruhigt entgegensehen kann.

Wir wurden begleitet von unserem Atemschutzwart Gerhard Zanner, denn es gilt alles nachvollziehbar zu dokumentieren und die geforderten Einheiten nachzuweisen. (ebw)

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