Peter Buhl hebt jetzt ab bei der Flughafen-Feuerwehr

Peter Buhl verwirklicht seinen jugendlichen Lebenstraum: Der zwanzigjährige Burgweintinger wird Berufsfeuerwehrmann. Das allerdings geschieht nicht bei einer kommunalen Wehr. Nein, er steigt gleich höher ein und hebt ab bei der Flughafen-Feuerwehr in München.

Unter 116 Bewerbern ist er einer von vier Glücklichen, die dort den Einstieg geschafft haben.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Burgweinting hat er seit seinem zwölften Lebensjahr Dienst verrichtet. „Aber schon lange davor habe ich auf meinen Eintritt hin gefiebert“, erzählt Buhl der MZ. Schon der kleine Peter fühlte sich stets hingezogen zu Drehleiter und Spritze: „Alle meine Spielzeugautos waren immer rot.“

Er weiß allerdings bis heute nicht, woher diese Affinität stammt, zumal niemand in der Verwandtschaft „je bei der Feuerwehr gewesen ist“. Bei der Burgweintinger Wehr hat er dann alle nur möglichen Jugendprüfungen abgelegt, zum Beispiel den „recht aufwändigen“ Lehrgang ABC-Einsatz an der Staatlichen Feuerwehrschule. Momentan ist er Truppführer.

Berufsfeuerwehrler wollte er allerdings nicht werden: „Ich war davon überzeugt, dass der ehrenamtliche Feuerwehrdienst auf Dauer interessanter bleibt.“ Also hat er nach dem Abitur ein Studium Bauingenieurwesen an der FH Regensburg angefangen.

Dennoch hat‘s ihn „gedruckt“, das Feuerwehrwesen. Er hat sich erkundigt, „welche Möglichkeiten in Bayern bestehen, gleich nach der Schule zur Berufsfeuerwehr zu gehen“. Ergebnis: „Im Freistaat ist eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung Voraussetzung.“ Der Buhl Peter hat nicht locker gelassen und so beim Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Regensburg erfahren, „dass heuer erstmals in Bayern die Ausbildung bei der Flughafen-Feuerwehr München zum Werksfeuerwehrmann möglich ist“.

Er hat sich beworben und durfte antreten. Die Einstellungsprüfung in Theorie und Praxis hatte es dann aber in sich, seufzt Buhl noch jetzt: „Absolute Fitness war Voraussetzung. Immer wieder laufen, schwimmen und turnen — das brachte mich schon an meine Grenzen.“ Mit drei anderen Aspiranten unter 116 Bewerbern hat er es dann geschafft, durchläuft nun seit Anfang September eine dreijährige theoretische und Praxis bezogene Ausbildung. Nach der Abschlussprüfung darf er sich „Werksfeuerwehrmann“ nennen und ist zuständig für die Sicherheit am Münchner Flughafen.

Von „Top-Kollegen“ und „super Ausbildern“ schwärmt der junge Auszubildende, lobt die fachliche Kompetenz der „engagierten Lehrer und Ausbilder“. Buhl: „Ich glaube, es war die absolut richtige Entscheidung.“ Ob später ein Wechsel zu einer städtischen Berufsfeuerwehr möglich ist, steht aber noch nicht fest, so Buhl. Einen Wermutstropfen findet er allerdings schon in seinem Feuerwehr-Becher: „Es ist halt nicht leicht, nur am Wochenende daheim zu sein.“ Für ihn ist es „wichtig, dass ich bei meiner Burgweintinger FFW auch weiter im Einsatz sein kann“. Eine kleine Wohnung hat er sich in Freising genommen. Und dort ist er auch gleich eingetreten in die örtliche FFW. Buhl: „Ich krieg‘ den Kragen halt nicht voll von der Feuerwehr.“  (Roland Ebner, MZ)

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